Neues von VERA

VERA in der Kritik

Auch in diesem Schuljahr ruft die GEW Grundschulkollegien dazu auf, einen Freistellungsantrag zu VERA zu stellen. Diese Anträge sollten bis zum 21.03.2014 bei dem für die Schulen jeweils verantwortlichen Dezernentinnen und Dezernenten im Staatlichen Schulamt Fritzlar eingegangen sein, mit der Bitte um Antwort bis zum 28.04.2014. Schulen, die mitmachen, werden gebeten eine Antragskopie an die GEW-Hessen, Zimmerweg 12, 60325 Frankfurt zu schicken.

Jährlich müssen alle Grundschulkinder der dritten Klassen an landes- und bundesweiten Lernstandserhebungen teilnehmen. Die Arbeitszeit und der Umfang dieser Vergleichsarbeiten gehen weit über das hinaus, was normalerweise für Klassenarbeiten eines Drittklässslers erlaubt ist.
Die  Ergebnisse der Vergleichsarbeiten nehmen keinen Einfluss auf die Benotung, binden aber sehr viel Arbeitszeit.  Diese Kontrollinstanz für den Erfolg der Verbesserung im Grundschulunterricht hat sich die KMK ausgedacht. Durch VERA, betont das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin, „erhalten Lehrkräfte Erkenntnisse über Stärken und Schwächen ihrer Klassen“.  Ob dafür  Vergleichsarbeiten nötig sind, bezweifelt die GEW.

Kritik an VERA äußern seit Jahren nicht nur die GEW sondern auch der Grundschulverband, Bildungsforscher, Didaktiker und Unterrichtspraktiker.

  • Der Unterricht orientiert sich mehr an simplen Testformaten als an qualitätsvollen Bildungsaufgaben.
  • Eine wirksame Unterstützung der Schulen, um Kinder besser individuell fördern zu können, gibt es dagegen nicht. Es fehlt an Personal und fachlicher Unterstützung auch zur kontinuierlichen Reflexion der VERA-Ergebnisse.
  • Die individuelle Förderung und die Stärkung des Selbstbewusstseins auch leistungsschwächerer Kinder werden durch standardisierte Tests konterkariert.
  • Bildungsbereiche außerhalb von Deutsch und Mathematik sind für VERA bedeutungslos.

Wir fordern, den großen Aufwand und die hohen Ausgaben für die Durchführung fragwürdiger  landesweiter Tests besser an anderer Stelle unseres Bildungssystems zu investieren! Zusätzliche Mittel und Lehrkräfte für eine sinnvolle Förderung an den Grund-schulen könnten so bereit gestellt werden.

 

Im Februar 2013 verabredeten die Teilnehmer der Fachtagung der GEW- Hessen  „Vergleichsarbeiten in der Kritik“ beim HKM die Freistellung von den VERA-3-Tests zu beantragen, um die Landesregierung zu einer Korrektur ihrer bisherigen Position „verpflichtende Durchführung von VERA in zwei Fächer an vier Tagen in der dritten Klasse“ zu bewegen. Ca. 100 Schulen führten Konferenzbeschlüsse herbei und begründeten ihren Antrag auf Freistellung  zum größten Teil bezogen auf ihre schulische Situation. Die Anträge auf Befreiung von der Durchführung wurden vom Landesschulamt zurückgewiesen.  Begründung: Es bestehe eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung.

Was bleibt uns als Grundschullehrkräften in der Folge übrig? Nehmen wir die Tests hin wie eine Naturkatastrophe, deren Folgen bei den Kindern
wir so gut wie möglich abmildern und herunterspielen sollten?

Mehr Mittel und Lehrkräfte für zusätzliche Förderung in kleinen Klassen sollten den Grundschulen stattdessen zugewiesen werden. Um eine wirkliche Veränderung zu erreichen, braucht es die Solidarität vieler, die an den entscheidenden Stellen unserer Kultusbürokratie ihre begründeten Bedenken geltend machen.

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