Grundschullehrkräfte brauchen bessere Arbeitsbedingungen

Individualisierter Unterricht auf verschiedenen Niveaustufen, Koordinierung mit Kolleginnen, Förderlehrerinnen, inklusive Beschulung, Förderpläne schreiben und aktualisieren, Elterngespräche, Fortbildung, vermehrte Konferenzen, Fördervereinssitzung, Nachmittagsbetreuung, Beauftragungen für Krisenteams, Datenschutz usw., Organisation verschiedener Wettbewerbe, Bundesjugendspiele, Klassenfahrten usw., nebenbei ein verletztes Kind verarzten, dessen Eltern anrufen, die Sekretärin ist nur an drei Tagen da, Geld einsammeln, Listen führen (Theater, Schwimmen, Hausaufgaben …), kopieren, Aufsichten …, und an den kleinen Schulen auch Hausmeisteraufgaben…. und natürlich unterrichten: Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf fördern und die Begabten fordern…
und diesen Unterricht professionell und fundiert vorbereiten – wann eigentlich?

Ein eng getakteter Schultag, der kaum Zeit lässt, ins Frühstücksbrot zu beißen, das ist unser Alltag. Zudem wird die Personalsituation in den Grundschulen immer schwieriger und die Maßnahmen, die das HKM angekündigt hat, werden erst in den nächsten Jahren greifen, solange es eben dauert, bis man neue Studienplätze eingerichtet hat und Studium und Referendariat beendet sind. In der Zwischenzeit helfen wenig bis gar nicht qualifizierte Kräfte aus, die wir einführen und unterstützen müssen. Und dabei wachsen die Anforderungen und die administrativen Aufgaben stetig weiter.

Viele reduzieren die Arbeitszeit auf eigene Kosten, um unter diesen Umständen ihren Aufgaben als Lehrer/in überhaupt zufriedenstellend gerecht werden zu können.

Grundschulehrkräfte haben höchste Arbeitszeit bei niedrigster Besoldung aller Lehrkräfte.

In allen Bereichen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sind die Gehälter vergleichsweise gering und der Nachwuchs fehlt. Während mal schnell Geld für die Rettung von Banken locker gemacht wird, freut sich unser Finanzminister über die vollen Kassen und übersieht wohl die katastrophalen Folgen der schlechten Ausstattung von Grundschulen und der miserablen Umsetzung der Inklusion auf unsere Kosten.

Wenn wir als Grundschullehrkräfte uns nicht endlich dagegen wehren, wird die Belastung weiter steigen. Warum sollte man denen, die sich nicht beklagen, nicht noch mehr aufbürden? Sie schaffen es doch offensichtlich!

Wir möchten auf unsere Situation aufmerksam machen und
unseren Forderungen Nachdruck verleihen:

Reduzierung der Wochenarbeitszeit und A 13,
sowie Inklusion nur zu vernünftigen Bedingungen.

Wir planen die Veröffentlichung eines Artikels (HNA  am 13. November, hier usw.) mit den Fotos möglichst vieler Kollegien. Wir können dazu auch im November für eine Fotoaktion in einer Pause an eure Schulen kommen oder schickt uns eurer Foto an Kuehl@gew-schulamt.de. Bitte mit dem Namen des Fotografen, der Kolleginnen und ein kurzes Statement eurer Aktion.

Andere Aktionen in Nordhessen: 13. November, 16:00 Uhr Opernplatz, Kassel

Hier geht es zu Informationen der GEW-Hessen.

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