Ein ganz persönlicher Demo-Aufruf…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

…. ach, was soll das denn jetzt schon wieder? Bildungs-Demos in Frankfurt und Kassel?

Wir haben doch so schon genug zu tun und sind froh, wenn wir am Samstag mal für ein paar Stunden abschalten können. Außerdem haben wir doch erst vor 3 Jahren gestreikt – und, hat‘s was gebracht?

So oder ähnlich werden wahrscheinlich einige von euch denken … trotzdem möchte ich euch bitten, einfach noch mal weiter zu lesen!

Wir alle sind uns einig, dass wir als in der Bildung Beschäftigte gewaltig unter Druck stehen und unzähligen Herausforderungen ausgesetzt sind. Und insgeheim denkt so manche/r von uns immer mal „so kann es doch nicht weiter gehen“ und „ich schaffe das nicht mehr lange“.

In diesem Herbst sind Landtagswahlen und daher ist jetzt, spätestens jetzt, die Zeit der Landesregierung noch einmal unsere Sorgen und Nöte deutlich zu machen. Und zwar auf eine Weise, dass es unübersehbar und unüberhörbar ist. Oder seid ihr etwa zufrieden mit den Lobgesängen der schwarz-grünen Landesregierung und des Hessischen Kultusministeriums auf die erfolgreiche Bildungspolitik der letzten 5 Jahre???

  • Das HKM will Hessens Schulen fit für die digitale Bildung machen –

ja, Himmel, wie soll das denn gehen, wenn bei uns an der Schule noch nicht mal

das Internet richtig funktioniert?

  • Das HKM wirbt damit, Hessen investiere in die Zukunft seiner Schulen

wie bitte muss ich das verstehen, wenn in unseren Schulen die Klassenräume zu

klein und sanierungsbedürftig, die Ausstattung hoffnungslos veraltet, die Toiletten

verdreckt und die Schulen z.T. so marode sind, dass sie vom Einsturz bedroht sind (wie z.B. in Neukirchen)?

  • Das HKM brüstet sich von mehr als 1.000 neu geschaffenen Lehrerstellen in diesem

Schuljahr – ja, wo sind sie denn??? Solange die versprochenen Stellen für

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen nicht besetzt sind, solange der

Unterricht, vor allem in den Grundschulen, teilweise von nicht voll ausgebildeten

Lehrkräften bestritten wird, solange im Krankheitsfall keine Vertretungen an die

Schulen kommen, solange kann ich doch nicht von 129,1% Lehrerstelleneinsatz*

sprechen, Herr Lorz! * siehe Hess. Kultusminmisterium: „Schule aktuell – August 2018“

Das HKM sagt, Hessen ebne den Weg zu gelingender Integrationaber doch bitte nicht mit ein paar mehrtägigen Weiterbildungen, die uns Lehrkräften suggerieren, wir seien

jetzt fit für den DAFZ-Unterricht! Was wir brauchen, sind qualifiziert ausgebildete

DAFZ-Lehrkräfte!

  • Das HKM betont, es gewährleiste die Inklusion mit Augenmaß und zum Wohle des Kindes –

aber doch nicht dadurch, dass den Schulen alle 2 Jahre ein neues Konzept verordnet wird, das dann immer neue Probleme aufwirft; Probleme, die letztlich die Förderschul– lehrkräfte und die betroffenen Lehrkräfte an den allgemeinen Schulen belasten und dann doch wieder auf dem Rücken der Kinder landen!

  • Das HKM behauptet, die Grundschulen stünden im Zentrum der Aufmerksamkeit –

vom Paket, das für die Grundschulen geschnürt worden sein soll, ist bei uns noch nichts angekommen! Dabei wäre es ja mal wirklich ein Zeichen der Wertschätzung, alle GrundschullehrerInnen mit A13 zu besolden; und die versprochenen Konrektorenstellen sind noch lange nicht besetzt.

– Das HKM wirbt mit Unterstützung für die Schulenaber wenn dann eine Schule mal die Reißleine zieht und sagt „Wir sind überlastet“, dann heißt es „Ihr seid halt nicht gut genug, wir bieten euch jetzt mal ein paar zusätzliche Fortbildungen an…!“

All das ist doch ein Schlag ins Gesicht aller engagierter Menschen, die in den Schulen arbeiten! Und genau deshalb lasst uns mal einen Samstagvormittag opfern und gemeinsam und in der Öffentlichkeit sagen: SO GEHT ES NICHT!!!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns deshalb gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen und Erziehern, aber auch mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern, mit allen Menschen, denen Bildung in Hessen am Herzen liegt, am Samstag nach Kassel fahren und der Landesregierung unsere Forderungen zeigen:

500 Millionen Sofortprogramm für die Bildung – das muss einfach möglich sein!

Runter mit den Pflichtstunden – für bessere Arbeits- und Lernbedingungen!

Bodo Hofmann-Thomschewski, für den Kreisvorstand der GEW Melsungen-Fritzlar

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Gute Bildung. Bessere Bedingungen.

Podiumsdiskussion

am Montag 10. September 2018 um 19:30 Uhr

im NationalparkZentrum Kellerwald Weg zur Wildnis 1 , 34516 Vöhl­ Herzhausen

mit Birgit Koch, Vorsitzende GEW­ Hessen

Claudia Ravensburg MdL, CDU

Dr. Daniela Sommer MdL, SPD

Daniel May MdL, Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Ingo Hoppmann Die Linke

Stefan Schraps FDP­Landtagskandidat

 

Moderation Thomas Korte HR-Journalist

Veranstaltung der Kreisverbände Frankenberg und Waldeck

Fotos der Veranstaltung:

Aktionstage Mai 2018

Die GEW Hessen beginnt im Mai 2018 ihre Kampagne zur Landtagswahl in Hessen, die am 22. September in einer hessenweiten Großdemonstration in Frankfurt ihren Höhepunkt finden soll. Weiter Information hier.
GEW-Aktion-2018

GEW-Aktion vor der Edertal-Schule in Frankenberg

Überlastungsanzeigen, Demos für mehr Wertschätzung der Lehrkräfte durch angemessene Bezahlung und mindestens A-13 für alle, Kampagnen gegen die miserablen räumlichen Bedingungen an vielen hessischen Schulen, Aktionen für eine Inklusion, die diesen Namen auch verdient, für eine Verringerung der Pflichtstundenzahl und für kleinere Klassen – die GEW kämpft an vielen Stellen für bessere Arbeitsbedingungen.
Jetzt, da die Landtagswahl ihre Schatten vorauswirft, wollen wir konzentriert mit regionalen Aktionen auf die Missstände im hessischen Bildungswesen aufmerksam machen und auf die dringende Notwendigkeit hinweisen, in vielfältiger Weise mehr in Bildung zu investieren.

Gesamtschule Melsungen und Radio-Stöckl-Schule Melsunge

Gesamtschule Melsungen und Radko-Stöckl-Schule Melsungen
GesamtschuleGuxhagen
Gesamtschule Guxhagen

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GEW-Fraktion des Gesamtpersonalrates
Burgsitzschule Spangenberg-2018

Burgsitzschule Spangenberg

Didacta 2018

Der KV Frankenberg ist am Mittwoch den 21. Februar zur Bildungsmesse Didacta gefahren. In Fritzlar wurden weitere Mitfahrer abgeholt.

Wie jedes mal ist das Angebot an Schulbüchern und anderen Materialien überwältigend. Diesmal war einer der vier Schwerpunkte die digitale Bildung. Die Ausstattung an den Schulen ist in diesen Bereich ausbaufähig. Auf mehreren Fachvorträgen wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Ausstattung der Schule mit einem Intranet, PCs und Wlan grundsätzlich angegangen werden muss. Ein Referent sprach von einem IT-Gipfel, an denen mindestens der Schulträger, die Schulleitung und der IT-Verantwortliche teilnehmen müssen, um ein vernünftiges Ergebnis zu erreichen.

Didacta2018

Teilnehmer der Fahrt zur Didacta 2018

A13 für alle – alle für A13!

Auch in diesem Jahr finden vielfältige Aktionen statt – diesmal nicht am Schulamt in Fritzlar, sondern an vielen Grundschulkollegien im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie am 13. November 2017 um 16 Uhr in Kassel (Opernplatz).

An vielen Grundschulen im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind die Lehrerinnen und Lehrer dem Aufruf der GEW-Kreisverbände gefolgt und haben für bessere Arbeitsbedingungen und die gleiche Bezahlung wie die Lehrkräfte aller anderen Schulformen protestiert.

Grundschullehrkräfte haben die höchste Unterrichtsverpflichtung im Schulbereich. Sie müssen ebenso wie die weiterführenden Schulen eine Fülle immer neuer Aufgaben zusätzlich übernehmen. Gerade an den vielen kleinen Grundschulen lastet diese Arbeit auf wenigen Personen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen kommen aus unzähligen hessischen Grundschulen ständig neue Überlastungsanzeigen, die an das Kultusministerium gehen.

In diesem Schuljahr hat sich die Situation noch einmal verschlimmert. Es herrscht mittlerweile ein gravierender Personalmangel, gerade an den Grundschulen. An vielen Schulen kann der Unterricht nur durch den Einsatz nicht voll ausgebildeter Vertretungskräfte abgedeckt werden.

Wer leidet – das sind wir alle! Überarbeitete Lehrkräfte, die z.T. auch noch Mehrarbeit leisten, um den Unterrichtsausfall gering zu halten; Schulen, die angesichts dieser Notlage hilflos sind; Eltern, die frustriert und in Sorge sind; und ganz besonders unsere Kinder, denn sie treffen Unterrichtsausfall und verschlechterte Lernbedingungen am meisten!

Zwar betonte Kultusminister Lorz in einer Pressemitteilung am 15. September zu Recht: „Die Arbeit unserer Grundschulen hat in den vergangenen Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren.“ Doch das Maßnahmenpaket des Kultusministeriums zur Behebung der Misere wird diesem ‚enormen Bedeutungszuwachs’ ganz und gar nicht gerecht.

Insbesondere ist der Kultusminister nach wie vor nicht bereit, die Arbeit der Grundschullehrer-innen und -lehrer angemessen zu bezahlen. Weiterhin haben Lehrkräfte an den Grundschulen das geringste Gehalt aller Lehrkräfte. Auch im Vergleich mit anderen Bundesländern liegen hessische Grundschullehrerinnen und –lehrer deutlich hinten – und das bei der höchsten Unterrichtsverpflichtung!

Es ist endlich an der Zeit, Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen angemessen zu besolden – und zwar gleichermaßen wie Lehrkräfte an den anderen Schulformen. Dies wäre auch ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die pädagogische Arbeit der Grundschulen.

Kann es wirklich verwundern, dass es immer schwieriger wird, Lehrkräfte mit der Ausbildung für den Grundschulunterricht zu finden? Solange sich die Arbeits- und Rahmenbedingungen nicht grundlegend verbessern, wird sich dieser Notstand nicht ändern!

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen fordert die Landesregierung auf, die längst überfällige Besoldungsangleichung für Grundschullehrkräfte vorzunehmen: A 13 für alle!!

Hessenweit unterstützen zahlreiche Schulen diese GEW-Forderung im Rahmen eines landesweiten Aktionstages „A13 für alle!“ am 13.11.2017. Dies ist der Tag, ab dem Grundschullehrkräfte für den Rest des Jahres unentgeltlich arbeiten – wenn man ihr Gehalt mit dem der Lehrkräfte an den anderen Schulformen vergleicht

Einige Fotos von Grundschullehrkräften.

Ortenbergschule Frankenberg

Zerreißprobe OSF

Grundschule Cornelia-Funke-Schule, Gemünden, mit Unterstützung des SEK I Kollegiums

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Die Aufgabenliste auf dem Bild gibt es hier als pdf. Foto: Hausmeister Herr Schüler

Ohetalschule, Verna

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Schule im Katzbachtal, Oberaula

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Grundschule Osterbachschule, Homberg

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Auf den Schildern steht: A13 für alle!

Astrid-Lindgren-Schule, Neukirchen

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Grundschule Kleeblattschule, Obergrenzebach

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Grundschule Berliner Schule:

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Grundschule Ahornschule, Großroppershausen

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Grundschule Westwallschule, Korbach

Westwall-Schule

Grundschule Palmbergschule, Frielendorf

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Grundschule Stellbergschule, Homberg

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Grundschule am Metzenberg, Schrecksbach

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Grund- und Gesamtschule Burgsitzschule, Spangenberg

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Grundschule Rotkäppchen Schule, Willingshausen

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Solidarität mit den Grundschullehrkräften: GEW-Fraktion im Gesamtpersonalrat in Fritzlar

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Grundschule Wilhelm-Schäfer-Schule, Ottrau

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Grundschullehrkräfte brauchen bessere Arbeitsbedingungen

Individualisierter Unterricht auf verschiedenen Niveaustufen, Koordinierung mit Kolleginnen, Förderlehrerinnen, inklusive Beschulung, Förderpläne schreiben und aktualisieren, Elterngespräche, Fortbildung, vermehrte Konferenzen, Fördervereinssitzung, Nachmittagsbetreuung, Beauftragungen für Krisenteams, Datenschutz usw., Organisation verschiedener Wettbewerbe, Bundesjugendspiele, Klassenfahrten usw., nebenbei ein verletztes Kind verarzten, dessen Eltern anrufen, die Sekretärin ist nur an drei Tagen da, Geld einsammeln, Listen führen (Theater, Schwimmen, Hausaufgaben …), kopieren, Aufsichten …, und an den kleinen Schulen auch Hausmeisteraufgaben…. und natürlich unterrichten: Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf fördern und die Begabten fordern…
und diesen Unterricht professionell und fundiert vorbereiten – wann eigentlich?

Ein eng getakteter Schultag, der kaum Zeit lässt, ins Frühstücksbrot zu beißen, das ist unser Alltag. Zudem wird die Personalsituation in den Grundschulen immer schwieriger und die Maßnahmen, die das HKM angekündigt hat, werden erst in den nächsten Jahren greifen, solange es eben dauert, bis man neue Studienplätze eingerichtet hat und Studium und Referendariat beendet sind. In der Zwischenzeit helfen wenig bis gar nicht qualifizierte Kräfte aus, die wir einführen und unterstützen müssen. Und dabei wachsen die Anforderungen und die administrativen Aufgaben stetig weiter.

Viele reduzieren die Arbeitszeit auf eigene Kosten, um unter diesen Umständen ihren Aufgaben als Lehrer/in überhaupt zufriedenstellend gerecht werden zu können.

Grundschulehrkräfte haben höchste Arbeitszeit bei niedrigster Besoldung aller Lehrkräfte.

In allen Bereichen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sind die Gehälter vergleichsweise gering und der Nachwuchs fehlt. Während mal schnell Geld für die Rettung von Banken locker gemacht wird, freut sich unser Finanzminister über die vollen Kassen und übersieht wohl die katastrophalen Folgen der schlechten Ausstattung von Grundschulen und der miserablen Umsetzung der Inklusion auf unsere Kosten.

Wenn wir als Grundschullehrkräfte uns nicht endlich dagegen wehren, wird die Belastung weiter steigen. Warum sollte man denen, die sich nicht beklagen, nicht noch mehr aufbürden? Sie schaffen es doch offensichtlich!

Wir möchten auf unsere Situation aufmerksam machen und
unseren Forderungen Nachdruck verleihen:

Reduzierung der Wochenarbeitszeit und A 13,
sowie Inklusion nur zu vernünftigen Bedingungen.

Wir planen die Veröffentlichung eines Artikels (HNA  am 13. November, hier usw.) mit den Fotos möglichst vieler Kollegien. Wir können dazu auch im November für eine Fotoaktion in einer Pause an eure Schulen kommen oder schickt uns eurer Foto an Kuehl@gew-schulamt.de. Bitte mit dem Namen des Fotografen, der Kolleginnen und ein kurzes Statement eurer Aktion.

Andere Aktionen in Nordhessen: 13. November, 16:00 Uhr Opernplatz, Kassel

Hier geht es zu Informationen der GEW-Hessen.