Inklusion

Fehlstart in die Inklusion

Menschenrecht in Hessen unter Haushaltsvorbehalt

Seit dem Schuljahr 2012/13 werden in den Landkreisen Wal- deck-Frankenberg und Schwalm-Eder Kinder mit sonderpädago- gischem Förderbedarf in den Jahrgängen 1 und 5 in sogenann- ten Pilotklassen, die das Staatliche Schulamt auswählt und für jedes Schuljahr neu festlegt, inklusiv beschult. Darüber hinaus werden in den anderen Jahrgängen Kinder mit sonderpädagogi- schem Förderbedarf seit vielen Jahren im Gemeinsamen Unter- richt an der Regelschule gefördert.

Eine erste Zwischenbilanz zeigt einerseits, dass Inklusion dort gelingt, wo

  • multiprofessionelle Teams mit einer Doppelsteckung von ca. 15 Wochenstunden (und mehr) in einer Klasse unterrichten,
  • eine Qualifizierung der Lehrkräfte durch Fortbildungen stattfindet,
  • eine Schulgemeinde sich dem Inklusionsgedanken öffnet und
  • Kolleginnen und Kollegen aller Professionen sehr viel Zeit in die Planung und Koordination dieser anspruchsvollen Arbeit investieren.

Diese erste Zwischenbilanz zeigt aber auch, dass gelungene Inklusion in vielerlei Hinsicht noch nicht erreicht ist. Mit unzu- reichenden Ressourcen wird an vielen hessischen Schulen auf Kosten von Lehrer- und Schülergesundheit ein mangelhaftes Sparmodell der Inklusion eingeführt. Es wird betreut statt gefördert und Förderschullehrkräfte werden zu „Reisenden in Sachen Inklusion“, die mehr Arbeitszeit auf der Straße statt im Klassenraum verbringen.

Wir fordern deshalb weiterhin und erneut:

  • Personelle Verbesserung durch multiprofessionelle Teams aus Regel- und Förderschullehrkräften sowie sozialpädagogischen Fachkräften
  • Durchgängige Doppelsteckung Implementierung von Kooperationsstunden
  • Kontinuität und Verlässlichkeit in der personellen Versorgung der Schulen
  • Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, kostenfrei und ortsnah
  • Klassenhöchstgrenzen

Die „Gruppe Inklusionsbeobachtung“ gib hat sich im September 2012 als übergreifende Bündnisplattform gegründet,
will Aktionen initiieren und öffentlichen Druck aufbauen. Weitere Infos unter
http://www.gib-hessen.de. Ihre persönlichen Erfahrungen können Sie an info@gib-hessen.de mailen.

Für eine Schule, die allen Kindern gerecht wird !

Weblinks

Schwarzbuch Inklusion (pdf)

Fehlstart in die Inklusion – Menschenrecht in Hessen unter Haushaltsvorbehalt (Kreisverband Marburg-Biedenkopf)

http://www.gib-kassel.de/  GruppeninklisionsBeobachting Nordhessen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s